Lesung mit Agneschka Lessmann - Sonntag, 31.05. 2026, 16:00 Uhr in der jüdischen Gemeinde Unna
Dass wir unsere Heimat Polen wegen der antisemitischen Kampagne im "März 68" verlassen mussten, hat mein Schreiben geprägt. Vorurteile und Ausgrenzungen sind immer wieder Thema meiner Gedichte und Hörspiele. Schließlich wurde es Zeit, meine eigene Geschichte zu erzählen.
Der Roman Aga handelt von der Tochter eines Überlebenden der Schoa, ihrer Vertreibung aus Polen und ihrem Aufwachsen in Westdeutschland, wo sie ihre Identität erst noch finden muss. Ihr Vater konnte über sein Überleben nicht sprechen, doch die Erzählung muss weitergehen – gerade jetzt.
Nach einer Vorstellung des Romans und der Lesung einiger Passagen, möchte ich gern mit dem Publikum ins Gespräch kommen. Dabei bietet die Romanhandlung Anlass für verschiedene thematische Schwerpunkte – von den Erfahrungen der Zweiten Generation über das Aufwachsen im "Land der Mörder" bis zu konkreten Alltagserfahrungen mit Antisemitismus.
Aga zieht ins "Land der Mörder", so hat sie es aufgeschnappt. Angekommen in einem Haus der Jüdischen Gemeinde, macht sich das kleine Mädchen auf die Suche nach ihnen. Erik Ode, der Kommissar, den sie im Fernsehen kennenlernt, hilft ihr dabei.
Es ist etwas Merkwürdiges mit dem Haus, in dem sie nun wohnt. Es steht neben einer amerikanischen Kaserne und dem Garten eines ehemaligen Klosters, in dem Hippies Bäume pflanzen.
Dazwischen wuchern die kindlichen Fantasien.
Anmeldung unter: ha-kochaw@liberale-juden.de
Lesung mit Dmitrij Kapitelman - Mittwoch, 09.09.2026; 18.00 Uhr in der jüdischen Gemeinde Unna
Dmitrij Kapitelman arbeitet als Journalist und Schriftsteller. Er kam 1986 in Kyjiw zur Welt und 1994 nach Deutschland als jüdischer Kontingentflüchtling. Letzteres ist ein politischer Begriff, mit dem er sich in seiner politikwissenschaftlichen Abschlussarbeit an der Leipziger Universität auseinandersetzte. Es folgte das Masterstudium an der Deutschen Journalistenschule in München. 2016 erschien sein Debütroman "Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters" bei Hanser Berlin. 2021 erscheint der Nachfolger "Eine Formalie in Kiew". Kapitelmans dritter Roman "Russische Spezialitäten" wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert. Seine Reportagen und Essays sind oft gleichzeitig politisch, erzählerisch und humorvoll.
Zehn Jahre Reporter für die ZEIT. Sehr, sehr, sehr viele verschiedene Seiten dieses Landes gesehen. Die schönen, die hässlichen, die eigenen und fremden, die lustigen und die traurigen Seiten Deutschlands. Das Heimatdorf des ermordeten CDU-Politikers Walter Lübcke. Eine Haftbefehlstraße in Offenbach? Das osteuropäische Berlin während des russischen Kriegs gegen die Ukraine. All das hat Dmitrij Kapitelman in literarischen Reportagen für die ZEIT beschrieben. Eine Auswahl.
Anmeldung unter: ha-kochaw@liberale-juden.de
Konzert The Klezmer Tunes - 28.06.2026, 16:00 Uhr in der jüdischen Gemeinde Unna
Drei Vollblutmusiker, die die eingängigen Melodien aus der unendlichen Fundgrube der jüdischen Klezmermusik auf ihre ganz spezielle Weise verarbeiten. Das einzigartige Klangbild des Ensembles ist durch so unterschiedliche Einflüsse wie Jazz, Funk, Gypsy, Bossa Nova und Rock'n'Roll geprägt.
Dimitri Schenker (Klarinette) studierte klassische Klarinette in Moskau und Düsseldorf und schloss das Studium mit Auszeichnung ab. Er spielt u. a. beim Schleswig-Holstein Musik Festival, bei der Klassischen Philharmonie Bonn, am Meininger Theater, bei der Rheinischen Philharmonie in Koblenz und war viele Jahre als Solo-Klarinettist bei der Kölner Kammeroper tätig. Dimitri Schenker war Stipendiat der Stiftung Vila Musica. Er unterrichtet Klarinette an der Musikschule der Stadt Leverkusen und an der Clara-Schumann-Musikschule in Düsseldorf. Dimitri Schenker ist Mitbegründer des Ensembles The Klezmer Tunes.
Igor Mazritsky (Violine) stammt aus Odessa und spielt seit seinem fünften Lebensjahr Violine. Nach dem Studium u. a. an dem berühmten Gnessin Institut in Moskau und der Rubin Akademie für Musik in Jerusalem unternahm er als langjähriger Konzertmeister und Solist der Jungen Philharmonie Köln mehrere Konzertreisen, bei denen er u. a. mit Nigel Kennedy zusammenspielte. Außerdem spielte er in verschiedenen Ensembles wie zum Beispiel Tango Fuego, Yontev, Ashira und Kol Cole.
Vadim Baev (Akkordeon), geboren in Sewerodinsk, Nord-Russland, erlernte sein Instrument bereits im Alter von fünf Jahren, studierte an der Gnesins-Akademie Moskau Akkordeon und wechselte 2014 nach Deutschland ins Master of Musik Programm bei Professor Helmut Quakernack an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Vadim Baev unterrichtet an der Rheinischen Musikschule und ist Mitglied in verschiedenen Ensembles.
Anmeldung unter: ha-kochaw@liberale-juden.de